Gründungserklärung Landesarmutskonferenz Niedersachsen

Die unterzeichnenden VertreterInnen der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen, des DGB-Landesbezirks Niedersachsen / Bremen, von Verbänden und von Initiativen auf Landesebene beschließen hiermit die Gründung einer “Landesarmutskonferenz Niedersachsen”.
Das Ziel der Landesarmutskonferenz ist eine konzertierte Aktion gegen Armut und Arbeitslosigkeit auf Landesebene.”
Die Armutssituation in Niedersachsen spitzt sich zu:

  • Immer mehr Menschen sind von Einkommensarmut, bedingt durch Scheidung, Niedrigrenten, geringe Erwerbseinkommen etc. betroffen.
  • Überschuldung und drohender Ausschluss aus dem Zahlungs- und Kreditsystem greifen bereits bis in mittlere Einkommensschichten.
  • Prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Erwerbslosigkeit führen zu einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft.
  • Wohnungslosigkeit ist für einen zunehmend größer werdenden Personenkreis Bestandteil einer oft ausweglosen Armutskarriere.

Dieser Entwicklung gegenzusteuern soll zentrale Aufgabe der “Landesarmutskonferenz Niedersachsen” sein.
Die Dramatik der gegenwärtigen Entwicklung, in der Betroffene eher Diffamierung und Ausgrenzung als Solidarität erfahren, erfordert die Bündelung und Abstimmung der politischen Akteure, die sich für soziale Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft einsetzen. Neue institutionelle Arrangements der Kooperation, Koordination und Selbstorganisation sind notwendig. Hierzu gehört die Institutionalisierung einer Landesarmutskonferenz in Niedersachsen. Sie soll ein neues Instrument gemeinsamer Aktionen sein, als politische Initiatorin, Moderatorin und Koordinatorin wirken. Gemeinsam mit den Betroffenen, den regionalen und örtlichen Initiativen soll deren sozialpolitischen Forderungen auch landespolitisch ein besonderes Gewicht gegeben werden. Zu den konkreten Aufgaben soll gehören, den gesellschaftlichen Skandal von Armut im Reichtum zu verdeutlichen, Ursachen und Verursacher zu benennen und Vorschläge zur Bekämpfung der Armut auf Landesebene zu entwickeln.

Diese Erklärung wurde unterzeichnet von:

  • DGB-Landesbezirk Niedersachsen/Bremen, Dr. Wiebke Buchholz-Will (Sprecherin)
  • ZEPRA e.V. – Landesarbeitsgemeinschaft der Arbeitslosenprojekte für Erwachsene, Dr. Michael Meilwes (Sprecher)
  • Diakonisches Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannover e.V., Alfred Loschen
  • Ev. Fachverband Wohnung und Existenzsicherung e.V., Alfred Loschen
  • Deutscher Kinderschutzbund Nds., Antje Möllmann
  • Verbraucherzentrale Niedersachsen e.V., Bernd Wickler
  • Debet e.V., Dr. Michael Meilwes
  • Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte e.V., Klaus-Peter Meier
  • Arbeiterwohlfahrt Niedersachsen – Landesarbeitsgemeinschaft für die AWO-Bezirksverbände Weser-Ems, Braunschweig und Hannover, Annette Hiller
  • Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Landesverband Niedersachsen e.V., Barbara Heidrich
  • Caritasverbände, vertreten durch den Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V., Heinz Schawe
  • Deutsches Rotes Kreuz, Landesverband Niedersachsen e.V., Andreas Bergmann
  • Seniorenschutzbund Graue Panther e.V., W. Wolters
  • Arbeitskreis der Niedersächsischen Kontaktstellen für Selbsthilfegruppen, Stefan Kröger
  • Deutscher Mieterbund – Landesverband Niedersachsen, Ulrich Stöver
  • Hannover, den 22.06.1995

    Ein Gedanke zu „Gründungserklärung Landesarmutskonferenz Niedersachsen

    1. da wir diese Problematik immer wieder bei unseren Treffen erörtern und versuchen uns einzubringen,möchten wir gern bei ihnen mitmachen.Wir sins an jedem 1. Mittwoch im Monat im H.-Fitschen-Haus von 14 Uhr 30 bis 16 Uhr 30. Wäre schön, wenn jemand von Ihnen mal reinschauen würde.
      Renate Schmidt 1. Vors.

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